In einer Gesellschaft, die geradezu von uns verlangt, dass wir im Zeitraffertempo leben, sind wir derart von der Geschwindigkeit und den anderen Abhängigkeiten betäubt, dass unser Empfindungsvermögen abgestumpft ist. Unter solchen Bedingungen ist es fast unmöglich, in unserem Körper zu wohnen und mit unserem Herzen verbunden zu bleiben, geschweige denn mit anderen und mit der Welt verbunden zu sein.
Zeit ist kostbar, und gleichzeitig ist der gegenwärtige Moment das Einzige, was wir wirklich haben. Buddhistische Weisheiten, die erden und den Blick weiten.
Während der Zeit, die uns noch bleibt - ein kurzer leuchtender Moment, der dem vergleichbar ist, in dem ein Sonnenstrahl durch die Wolken dringt, sollten wir guten Gebrauch machen von diesem Leben.
Die Trägheit des westlichen Menschen besteht darin, dass er sein Leben derart mit fieberhafter Aktivität anfüllt, dass ihm keine Zeit mehr bleibt, sich mit den wahren Fragen auseinander zu setzen.
Erst im gemeinsamen Leben mit einem Menschen lernen wir seinen moralischen Charakter kennen, erst im Gespräch mit Ihm sehen wir, ob er einen reinen Geist hast. In schweren Zeiten erkennen wir seine Kraft, im Umgang mit ihm lernen wir seine Weisheit kennen. Doch für all das brauchen wir Zeit und müssen aufmerksam sein. Aufmerksamkeit, Einfühlungsvermögen und Intelligenz, ohne sie kennen wir einen Menschen nicht.
Nimm dir für die Dinge, die dir wichtig erscheinen Zeit. Verschiebe nicht alles auf morgen oder einen späteren Zeitpunkt. Niemand garantiert dir, dass du dazu noch in der Lage sein wirst. Wenn du von etwas träumst, dann warte nicht, diesen Traum zu realisieren, sondern verwende deine Aufmerksamkeit darauf genau dort hinzu gelangen, den Traum jetzt wahr zu machen. Auch wenn du jemandem eine Entschuldigung schuldest, einem anderem etwas Gutes tun willst, Hilfe leisten willst oder einfach nur etwas erledigen willst, das dir wichtig ist. Lebe im Jetzt und Hier und nicht Zeit mit Dingen, die dich nicht weiterbringen auf Kosten von relevanten Vorhaben, die du vielleicht nicht mehr realisieren kannst, obwohl sie für dich, deine Karma und das Wohlbefinden deiner Mitmenschen von großer Bedeutung wären.
Solange man das Wesen des Geistes nicht erkennt, bleibt jede Erfahrung durch die innere Einstellung gefärbt und in Ort und Zeit begrenzt.
Die Zeit fließt, ohne sich aufhalten zu lassen. Wenn wir etwas falsch machen, können wir die Uhr nicht nicht zurückdrehen und es noch einmal versuchen. Aber wir können die Gegenwart sinnvoll nutzen. Wenn wir dann an unserem letzten Tag Rückschau halten und feststellen, dass wir etwas geleistet und ein erfülltes und sinnvolles Leben geführt haben, dann wird uns das immerhin ein Trost sein. Wenn das nicht so ist, wird uns das vielleicht sehr unglücklich machen. Doch welche der beiden Möglichkeiten sich für uns auftut, liegt ganz bei uns.
Das Leben ist ein wertvolles Geschenk, nutze die Zeit und verschwende sie nicht, keine Sekunde ist wiederholbar, achte auf deine Gedanken und Worte, lerne so viel zu kannst und verbringe auch Zeit allein, liebe mit dem Herzen und vergib denen, die dich kränkten.
Eines Tages sagte Ananda, der für einige Zeit tief in Gedanken versunken war, zu Buddha: "Herr, ich habe nachgedacht - geistige Freundschaft ist zumindest die Hälfte des geistigen Lebens!" Der Buddha antwortete: "Sag so etwas nicht, Ananda, sag das nicht. Geistige Freundschaft ist das Ganze des geistigen Lebens!"
Es ist leichter, gemeinsam in Notzeiten zu leben, als bei guten Zeiten zusammenzuhalten.