Das beste Gebet ist Geduld.
Geduld ist keine Schwäche, sondern eine der tiefsten Formen der Stärke. Diese Worte helfen, inmitten von Widerstand und Ungeduld ruhig und klar zu bleiben.
Nur wenige sehen ein, daß Dulden geduldig macht.
Auch eine Reise über tausend Meilen beginnt mit einem Schritt.
Es gibt eine Vollkommenheit tief inmitten alles Unzulänglichen. Es gibt eine Stille, tief inmitten aller Ratlosigkeit. Es gibt ein Ziel, tief inmitten aller weltlichen Sorgen und Nöte.
Unsere gemeinsame Mutter Natur zeigt ihren Kindern immer deutlicher, daß ihr der Geduldsfaden gerissen ist.
Wenn die Geduld und die Toleranz von der Neigung Abstand nehmen, fest und unbeugsam zu bleiben, dann müssen wir das nicht als ein Zeichen von Schwäche und des Zurücksteckens sehen, sondern vielmehr als ein Zeichen innerer Kraft. Auf diese Weise zu reagieren erfordert Zurückhaltung, die unerlässlich ist für einen starken Geist und für Disziplin.
Ich glaube, dass Demut und Geduld eng miteinander verbunden sind. Die Demut setzt zuerst einmal das Vermögen zur Konfrontation, zur Anwendung von Repressalien voraus, wogegen sich dann die Entscheidung einschalten kann, nichts zu unternehmen. Das ist es, was ich authentische Demut nenne. Nach meinem Verständnis setzen wahre Toleranz und wahre Geduld Selbstdisziplin und Zurückhaltung voraus - das Bewusstsein, dass man auch anders handeln könnte, dass man sich aber dagegen entschieden hat.
Verzeihen oder Geduld haben heißt nicht, daß man immer alles hinnimmt, was andere einem zufügen.
Sogar der Feind ist uns nütze, denn um Mitgefühl empfinden zu können, müssen wir uns in Toleranz, Vergebung und Geduld üben – und das lässt die Wut verfliegen.
Die Übung in Geduld bewahrt uns vor dem Verlust unserer Gelassenheit. Dadurch haben wir die Möglichkeit unser Urteilsvermögen zu trainieren, selbst in sehr schwierigen Situationen. Es gibt uns inneren Raum. Und durch diesen Raum gewinnen wir ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung, welche uns erlaubt auf Situationen in angemessener Weise reagieren zu können. Mitfühlend, anstatt durch unsere Wut und Verärgerung getrieben.