Buddhistische Weisheiten 2500 Jahre Buddhismus
Meister & Lehrer

Sharon Salzberg

Sharon Salzberg — geboren 1952 in New York City — ist eine der Pionierinnen des westlichen Buddhismus. Als Mitgründerin der Insight Meditation Society und wegweisende Lehrerin der Metta-Meditation hat sie die buddhistische Praxis für Millionen Menschen im Westen zugänglich gemacht.

Sharon Salzberg

Sharon Salzberg (* 5. August 1952 in New York City) ist eine amerikanische Vipassana-Meditationslehrerin in der Theravada-Tradition und Mitgründerin der Insight Meditation Society (IMS) in Barre, Massachusetts. Sie gilt als eine der einflussreichsten Lehrerinnen der Metta-Meditation im westlichen Buddhismus.

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Weisheiten von Sharon Salzberg

Die Sammlung enthält 1 Weisheit von Sharon Salzberg — über die Kraft der liebenden Güte.

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Kindheit und Herkunft

Sharon Salzberg wuchs in einer jüdischen Familie in New York City auf. Ihre Kindheit war von frühen Verlusten geprägt: Die Eltern trennten sich, als sie vier Jahre alt war. Mit neun verlor sie ihre Mutter — die an Komplikationen nach einer Operation starb. In den folgenden Jahren lebte sie bei wechselnden Verwandten; bis zu ihrem sechzehnten Lebensjahr hatte sie bei fünf verschiedenen Familien gelebt. Als sie elf war, tauchte ihr Vater nach langer Abwesenheit wieder auf — und wurde wenige Wochen später dauerhaft in psychiatrische Betreuung eingewiesen. Diese Kindheit, durchzogen von Verlust, Instabilität und dem Gefühl der Verlassenheit, legte den Boden für ihre spätere spirituelle Suche.

Erste Begegnung mit dem Buddhismus

1969 belegte Sharon Salzberg an der State University of New York in Buffalo einen Kurs über asiatische Philosophie. Als sie auf die Vier Edlen Wahrheiten des Buddhismus stieß — insbesondere auf die erste, die Leiden als grundlegende Bedingung des Daseins benennt —, traf sie das als persönliche Erkenntnis: „Ich wusste, dass es wahr ist. Die Umstände meines eigenen Lebens verkündeten es." 1970 reiste sie für ein Independent-Study-Projekt nach Indien.

Studienaufenthalte in Indien

Im Januar 1971 nahm Salzberg in Bodh Gaya an ihrem ersten intensiven Vipassana-Retreat teil — geleitet von S.N. Goenka. Dort begegnete sie erstmals Joseph Goldstein und Jack Kornfield, mit denen sie wenige Jahre später die Insight Meditation Society gründen sollte. In den folgenden Jahren studierte sie bei Anagarika Munindra, einem indischen Vipassana-Lehrer, der selbst ein enger Schüler von Mahasi Sayadaw in Burma gewesen war. Munindra brachte sie mit Dipa Ma (Nani Bala Barua, 1911–1989) zusammen — einer burmesischen Meisterin, die in Kalkutta lebte und die Salzberg als die einflussreichste Lehrerin ihres Lebens bezeichnet. Dipa Ma sah in ihr die Fähigkeit zu lehren und ermutigte sie ausdrücklich dazu. Salzberg blieb rund vier Jahre in Indien, bevor sie 1974 in die USA zurückkehrte.

Gründung der Insight Meditation Society

1974 trafen Salzberg, Goldstein und Kornfield am Naropa Institute in Boulder, Colorado, erneut aufeinander und unterrichteten erstmals gemeinsam. Ein Jahr später beschlossen sie, ein dauerhaftes Meditationszentrum zu gründen. 1975 erwarben sie ein ehemaliges katholisches Noviziat in Barre, Massachusetts; am 14. Februar 1976 öffnete die Insight Meditation Society (IMS) offiziell als erstes Vipassana-Retreat-Zentrum Amerikas ihre Pforten.

1979 besuchte Mahasi Sayadaw das IMS und leitete eine formelle Lehrautorisation für Salzberg, Goldstein, Kornfield und Jacqueline Mandell — die Bestätigung, dass sie befähigt waren, die Tradition weiterzugeben. Um 1990 gründeten Salzberg und Goldstein das Barre Center for Buddhist Studies (BCBS) als akademisches Pendant zum IMS; 1998 folgte gemeinsam das Forest Refuge, ein Zentrum für Langzeit-Retreat-Praxis.

Kernlehren: Metta und Vipassana

Sharon Salzbergs bekanntester Beitrag zum westlichen Buddhismus ist die systematische Vermittlung von Metta — liebender Güte. Metta-Meditation ist eine formale Praxis, in der man sich selbst, nahestehende Menschen, neutrale Personen und schließlich schwierige Menschen mit Sätzen wie „Möge ich glücklich sein. Möge ich frei von Leid sein." beschenkt — beginnend bei sich selbst und sich schrittweise erweiternd. Salzberg war eine der ersten westlichen Lehrerinnen, die diese Praxis systematisch für ein breites Publikum aufbereiteten und aus ihrem monastischen Kontext in den westlichen Alltag übertrugen.

Ihr zweiter Schwerpunkt ist Vipassana — Einblicksmeditation in der Theravada-Tradition. Sie versteht Meditation nicht als Technik der Stressbewältigung, sondern als Weg zur Erkenntnis der Natur des Geistes. Ihr besonderes Anliegen ist die Verbindung kontemplativer Praxis mit sozialem Engagement: Sie arbeitete mit Ersthelfern nach dem 11. September 2001, mit Bewohnerinnen von Frauenhäusern und anderen marginalisierten Gruppen.

Werke

Sharon Salzberg hat mehr als ein Dutzend Bücher veröffentlicht. Ihr bekanntestes, Lovingkindness: The Revolutionary Art of Happiness (1995, Shambhala), gilt als Standardwerk zur Metta-Meditation im Westen. Real Happiness: The Power of Meditation (2010, Workman Publishing) stand auf der Bestsellerliste der New York Times. Faith: Trusting Your Own Deepest Experience (2002, Riverhead Books) ist eine persönliche Reflexion über Vertrauen und Zweifel auf dem spirituellen Weg. Zuletzt erschienen Real Change (2020) über Achtsamkeit und gesellschaftliches Engagement sowie Real Life (2023).