Buddhistische Weisheiten Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg. (Siddhartha Gautama, Begründer des Buddhismus, erster Buddha)

Chögyam Trungpa 

Chögyam Trungpa (* 1939 in Qinghai; † 4. April 1987 in Halifax, Nova Scotia, Kanada) war ein buddhistischer Meditationsmeister, Meditationslehrer und Künstler. Er gründete weltweit, vor allem in Europa, Kanada und den USA, viele Meditationszentren und die nach Naropa benannte Naropa University.

Chögyam Trungpa wurde vom 16. Karmapa Rangjung Rigpe Dorje als elfter Trungpa-Tulku anerkannt. Er wurde als oberster Abt der Surmang-Klöster und Gouverneur des Surmang-Distrikts inthronisiert. Chögyam Trungpa war Linienhalter der Kagyü- und der Nyingma-Tradition des tibetischen Buddhismus. Nach seiner Anerkennung als Tulku erhielt er eine umfassende Ausbildung in Theorie und Praxis der buddhistischen Lehren und wurde 1948 als Mönchsnovize ordiniert.

Chögyam Trungpa

1958 bekam er im Alter von 18 Jahren die volle Mönchsordination und zum Abschluss seiner Ausbildung die Titel Kyörpön (Abschluss des Studiums) und Khenpo (Meister der Gelehrsamkeit). Im Jahr darauf, nach dem Aufstand von 1959, floh er über den Himalaya zu Fuß nach Indien. Hier übertrug ihm der 14. Dalai Lama, Tendzin Gyatsho, sehr bald das Amt des geistigen Beraters der Young Lamas Home School in Dalhousie in Südindien. Chögyam Trungpa bekleidete dieses Amt von 1959 bis 1963, bis er ein Spoulding-Stipendium für ein Studium in Großbritannien erhielt, das ihm erlaubte, von 1963 bis 1967 an der University of Oxford vergleichende Religionswissenschaften, Philosophie und Kunst zu studieren.

Schon in England begann er, als Lehrer tätig zu werden. Zusammen mit Akong Tulku gründete er 1967 das nach Samye-Ling benannte Meditationszentrum in Dumfriesshire in Schottland. 1969 gab er nach einem Autounfall seine Mönchsgelübde auf. Er heiratete die Engländerin Diana Judith Pybus (Lady Diana Mukpo; auch: Sakyong Wangmo) und siedelte mit ihr, der Einladung vieler seiner Schüler folgend, in die Vereinigten Staaten von Amerika über.

1974 gründete Trungpa Rinpoche in Boulder (Colorado) das Naropa Institut, Grundlage für die einzige staatlich anerkannte Universität auf der Grundlage buddhistischer Prinzipien, und begann ab 1976 sein Shambhala Training zu vermitteln. 1986 etablierte er – bereits gesundheitlich angeschlagen durch jahrelangen starken Alkoholkonsum – sein Hauptquartier in der kanadischen Provinz Nova Scotia, wo er kurze Zeit später an einem Herzinfarkt starb.

Bücher von Chögyam Trungpa finden Sie hier.

Text: Wikipedia | Bild: "Trungpa from Khenpo gangshar2 cropped image" von Unbekannt - File:Khenpo_gangshar2.jpg. Lizenziert unter Public domain über Wikimedia Commons.

Buddhistische Weisheiten von Chögyam Trungpa

  • Bemühen wir uns darum, das Ego so weit wie möglich zu zähmen. Sagen wir zum Ego: Du hast mir schreckliche Probleme bereitet. Ich liebe dich nicht. Du hast mein Leben unmöglich gemacht.
  • Alles beruht tatsächlich auf unserer eigenen Verblendung. Wir könnten die Gesellschaft, die Regierung, die Polizei dafür verantwortlich machen; wir könnten sagen, dass die schlechten Zeiten, die Völlerei, die Autobahnen, unser eigenes Auto, unsere Kleidung daran schuld sind. Wir könnten Versuchen, die Verantwortung auf alles nur Vorstellbare abzuwälzen. Aber es sind wir selbst, die wir nicht fähig sind, die Zügel aus der Hand zu geben und uns als ausreichend warmherzig und mitfühlend zu erweisen.Wir selbst sind das Problem.
  • Ein Künstler, der wirklich etwas kann, fragt nicht danach, wie beeindruckt sein Publikum sein wird, er macht einfach seine Sache. Das ist beim wissenschaftlichen Experimentieren ebenso: Ein Wissenschaftler, der Meister seines Fachs ist, zögert nicht; er dringt immer weiter in die Tiefe der Wirklichkeit vor, der Dinge, wie sie sind.
  • Glück ist nichts, was man herstellen oder wiederherstellen könnte. Glück passiert, aber wenn man es halten oder zurückgewinnen möchte, ist es weg.
  • In diesem Sinne ist das Klare Licht Reibungsfreiheit oder Gleitmittel - uneingeschränkte Bereitwilligkeit, alle Dinge ihren eigenen Lauf nehmen zu lassen.
  • Jedes Anlehnen, an wen oder was auch immer, führt zu nichts. Wichtig ist die eigene, persönliche Intuition, die Arbeit an sich selbst.
  • Meditationspraxis muss immer ein Akt der Freiheit sein - ohne Erwartung, ohne ein bestimmtes Vorhaben oder Ziel.
  • Wenn Sie sich schon in alle Richtungen gewendet haben, dann ist immer noch dieses eine Letzte übrig, wovon Sie einfach nicht loskommen: auf etwas aus zu sein. Das ist das eine echte Hindernis auf dem Pfad, an dem man wirklich verzweifeln kann. Auf etwas aus zu sein, das ist das Hindernis auf dem Pfad, das einzige.
  • Wir müssen lernen, uns mehr zu freuen. Dieser Reichtum ist die Essenz der Großzügigkeit und des Gefühls der Fähigkeit; mit der Welt zurechtzukommen, ohne ins Elend zu versinken.
  • Wir sollten uns das Geben und das Empfangen, als einen natürlichen Austausch vorstellen, etwas, das ganz einfach geschieht.

Header image "Buddha Tooth Relic & Museum, Singapore" by John Gillespie, licensed under CC BY-SA 2.0, cropped from original