Unter den Idealen, die einen Menschen über sich selbst und seine Umwelt hinausheben können, gehört die Ausschaltung weltlicher Begierden, Ausmerzung von Trägheit und Verschlafenheit, Eitelkeit und Geringschätzung, Überwinden von Ängstlichkeit und Unruhe und Verzicht auf Mißwünsche zu den Wesentlichsten.
Achtung vor dem Leben in all seinen Formen: vor jedem Wesen, vor dem Fremden und dem Vertrauten. Weisheiten, die an die Würde erinnern, die allem innewohnt.
Eine Voraussetzung für den Frieden ist der Respekt vor dem Anderssein und vor der Vielfältigkeit des Lebens.
Das Mitgefühl lässt sich zusammenfassend als ein gewaltloser, nicht angriffslustiger, nicht aggressiver Geisteszustand definieren. Es ist eine geistige Haltung, die mit einem Sinn für Engagement, Verantwortung und Respekt vor dem anderen einhergeht. In tse-wa, dem tibetischen Wort für Mitgefühl, klingt mit, dass man sich selbst gute Dinge wünscht. Es spricht also nichts dagegen, dass wir damit beginnen, diese Empfindung zu nähren, indem wir uns selbst wünschen, von allem Leiden befreit zu sein. Danach können wir diese Empfindung kultivieren, verstärken und auf die äußere Welt ausdehnen, so dass sie die anderen mit einschließt.
Wenn wir mangels einer inneren Disziplin all die Emotionen, die uns durch den Kopf gehen, unter dem Vorwand ausleben, dass sie zum Ausdruck gebracht werden müssen, dann kann das zu schwerem Missbrauch führen; es mag uns sogar schwer fallen, die Gesetze unseres Landes zu respektieren. Die menschlichen Emotionen haben kein Ende, und die Macht der negativen Gefühle ist grenzenlos.
Respektiere dich selbst, respektiere ander und übernimm Verantwortung für das was du tust.
Die Verantwortung jedes einzelnen für die ganze Menschheit betrachte ich als universelle Religion.
Das Mitgefühl mit uns selbst schenkt uns das Vermögen, die Verurteilung in Vergebung zu verwandeln, den Hass in Freundschaft und die Furcht in Respekt vor allen Lebewesen.
Respekt gibt uns die Aufmerksamkeit wieder - die Qualität der Makellosigkeit in dem, was wir tun. Respekt und Vertrauen nähren einander und bringen geschicktes Handeln hervor. Wenn wir den Respekt in unserem Leben pflegen, sehen wir die Welt in einem anderen Licht. Die Aufmerksamkeit, die sich aus dem Schenken von Respekt ergibt, verändert unsere Art und Weise, mit der Gesellschaft umzugehen. Wir beginnen die Möglichkeiten des Dienens zu erkunden. Wir finden heraus, was es heißt aktiv darauf zu achten, was getan werden muss, und unsere Energie dann in diese Unterfangen zu stecken. Das Mitgefühl motiviert uns zum Handeln, und die Weisheit stellt sicher, dass die Mittel wirksam sind.
Ganz und gar von Liebe und Güte erfüllt zu sein ist wohl der positivste Geisterzustand, den man haben kann, und er bewirkt eine optimale Lebenseinstellung. Das heißt, du fühlst dich dauerhaft wohl, du verhältst dich anderen gegenüber altruistisch, und sie nehmen dich als guten Menschen wahr.
Unsere Fähigkeit zur Vertrautheit gründet auf einem tiefen Respekt, einer Präsenz, die erlaubt, dass das, was wahr ist, sich zum Ausdruck bringen kann, dass es entdeckt werden kann. Die Vertrautheit kann sich in jedem Augenblick zeigen: Sie ist ein Akt der Hingabe, ein Geschenk, das nichts ausschließt.