In einer derart unvorhersehbaren Welt ist es deshalb außerordentlich dumm, so zu tun, als ob man ewig leben würde, obwohl die eigene Todesstunde unsicher ist, sich um seinen Lebensunterhalt Sorgen zu machen und womöglich auch noch hinterhältig Ränke zu schmieden.
Wie wir denken, so leben wir. Buddhistische Meister zeigen, wie die innere Haltung das äußere Erleben von Grund auf verwandeln kann.
Lass also davon ab, Erklärungen zu suchen und Worten nachzujagen! Lerne, das Licht sich zurückzuwenden und auf die eigene Natur scheinen zu lassen!
Man sollte sich nicht unbedingt auf die Worte der alten Meister verlassen, sondern an das denken, was wirklich wahr ist.
Wenn du hörst, dass du dich selbst schmeckst und durch dich selbst zu dir selbst erwachst, dann schließt du vielleicht überstürzt, dass du für dich alleine lernen solltest, ohne den Weg von einem Meister gewiesen zu bekommen. Das ist ein großer Fehler. Zu glauben, wir könnten uns auch ohne einen Meister selbst befreien, ist eine fälschliche Meinungen, die auf die Naturalismus-Philosophie Indiens zurückgeht.
Wenn du in einem Boot fährst und das Ufer betrachtest, meinst du vielleicht, das Ufer bewege sich. Aber wenn du deinen Blick genau auf das Boot richtest, siehst du, daß es das Boot ist, das sich bewegt. Ähnlich ist es, wenn du andere Dinge mit verwirrtem Geist betrachtest. Du meinst dann vielleicht, dass dein Geist und deine Natur dauerhaft sind. Aber wenn du dich bemühst und zu dir selbst zurückkehrst, wird dir klar werden, dass nichts ein unwandelbares Selbst besitzt.
Wenn du von weltlichen Sorgen über die Zukunft und deinen Broterwerb nicht ablässt, wirst du es bedauern. Folge dem Weg, oder all deine Tage und Nächte werden umsonst gelebt sein.
Willst du den Weg der Buddhas und Zen-Meister beschreiten, dann erwarte nichts, suche nichts und halte nichts fest.
Solange man das Wesen des Geistes nicht erkennt, bleibt jede Erfahrung durch die innere Einstellung gefärbt und in Ort und Zeit begrenzt.
Wenn wir ausschließlich unseren Freunden gegenüber Nähe empfinden, nicht aber gegenüber schwierigen Personen oder Feinden, oder den unzähligen Menschen, die uns persönlich unbekannt oder gleichgültig sind, dann ist unser Mitgefühl parteiisch. Echtes Mitgefühl basiert auf der Einsicht, dass andere das gleiche Recht darauf haben, glücklich zu sein, wie man selbst. Der andere, den wir als Feind betrachten, ist ein Mensch wie wir, der ebenfalls glücklich sein möchte, genauso wie wir. Wenn man davon ausgeht eine ehrliche Sorge entwickelt, sie sich ausnahmslos auf alle Wesen erstreckt, egal, ob die Einstellung des anderen einem selbst gegenüber freundlich oder feinselig ist, wir das das Mitgefühl bezeichnet.
Betrachtet man die große Mehrzahl der menschlichen Probleme, sowohl im Persönlichen als auch auf der Ebene der gesamten Menschheit, dann sieht es ganz so aus, als rührten sie von der Unfähigkeit her, echte Fürsorge für andere zu empfinden und sich an deren Stelle zu versetzen. Gewalt ist unvorstellbar, wenn jedermann ehrlich auf das Wohl des anderen bedacht ist.